Zeitung: Kino aus dem Internet hat noch viele Schwächen
"Das ist alles noch wenig attraktiv", zitiert die Zeitung "Die Welt" Andreas Brohme von der Fachzeitschrift "Computerbild". Die "Welt" hat in ihrer Ausgabe vom 29. Mai 2006 die Online-Angebote der Filmindustrie einmal genauer unter die Lupe genommen. Fazit: Wer sich Filme über das Internet zum Kauf oder zur Ausleihe downloadet, spart zwar den Gang zur Videothek – mehr Vorteile hat man dadurch momentan aber nicht.
Das Überspielen von Filmen ist nur mit einer schnellen Internetverbindung möglich. Ist ein Film ein Gigabyte groß, dauert der Download mit einer 1Mbit-Leitung nach Angaben der "Welt" rund zwei Stunden. Wer sich den Film nur anschauen wolle, ohne ihn zu speichern (Stream), benötige schon mindestens 2 Mbit, damit der Film scharf und ohne Aussetzer laufe. Nächste Hürde sei das Abspielen: Derzeit würden die Filme der Online-Anbieter nur auf PCs mit Windows-Betriebssystem, nicht aber auf Apple- oder Linux-Rechnern laufen. Der Trick, den Film auf DVD zu brennen und nachher mittels DVD-Spieler am Fernseher anzuschauen, werde vom Kopierschutz verhindert.
Als weiteres Manko stellt die Zeitung fest: Es gibt weder zusätzliche Tonspuren noch Bonus-Material. Auch seien die Downloads vergleichsweise teuer. Der Kauf eines Films über das Internet koste zwischen sieben und 15 Euro. Wer sich aktuelle Filme ausleihen möchte, komme am Gang zur Videothek dann schließlich doch nicht vorbei, denn das Programm der Online-Videotheken sei derzeit noch ziemlich dünn. Marktbeobachter würden aber davon ausgehen, dass sich das Angebot schon bald stark verbessern und langfristig zu einem Aussterben der herkömmlichen Videotheken führen werde, schreibt die "Welt". (spe/media-infodienst).
