Donnerstag, 30. Juli 09

Weltweite Werbeausgaben stark gesunken

Die weltweiten Werbeausgaben sind drastisch zurückgegangen. Im ersten Quartal dieses Jahres sanken die Werbeinvestitionen in den Medien TV, Zeitungen, Zeitschriften und Radio im Vergleich zum Vorjahr um 7,2 Prozent. Das geht aus einem aktuellen Nielsen-Bericht über globale Werbetrends hervor. Wie der "Global AdView Pulse"-Bericht zeigt, hat die Wirtschaftskrise deutliche Spuren in der Werbewelt hinterlassen. Am stärksten trifft es dabei Europa, wo insbesondere Länder wie Spanien (minus 28,2 Prozent) und Irland (minus 21,2 Prozent) drastische Rückgänge verzeichnen. Auch in Italien (minus 19,1 Prozent) und Großbritannien (minus 14,7 Prozent) gingen die Werbeausgaben empfindlich zurück.

 

Der europäische Werbemarkt verzeichnete im ersten Quartal laut Nielsen insgesamt ein Minus von 8,7 Prozent. Mit einem Rückgang von 12,7 Prozent wurde der US-Markt jedoch noch härter getroffen. Etwas besser sieht die Situation in der Asia-Pazifik-Region aus. Hier lag das Minus bei nur 2,3 Prozent. Indonesien und China legten zu. "Die Auswirkungen der weltweiten Finanzkrise sind in den aktuellsten Zahlen zum Werbemarkt deutlich erkennbar, insbesondere in Nordamerika und Europa, wo fast alle Märkte ein negatives Wachstum verzeichneten", sagt Ben van der Werf, Global AdView Geschäftsführer bei Nielsen. Selbst China, wo die Werbeausgaben in der Regel zum chinesischen Neujahr angekurbelt würden, berichte über eine gedämpftes Wachstum von nur 2,5 Prozent.

 

"Es scheint, dass der Werbemarkt von der Krise mit einer Art Verzögerung getroffen wurde, vergleicht man ihn zu anderen Branchen. Daher liegt es auch nahe, dass die derzeitige Entwicklung sich so bald nicht ändern wird, jedenfalls noch nicht im nächsten Quartal", erläutert Alessandra Rossi, Marketing Manager Global AdView bei Nielsen. Ausgenommen sei der Bereich Online-Werbung, der auf internationaler Ebene noch immer Zuwächse verzeichne. "Allerdings ist das Wachstum auch hier nicht mehr so groß wie noch 2008", gibt Rossi zu bedenken.

 

Aus dem Bericht geht hervor, dass die Werbeausgaben quer über alle vier Gattungen (Zeitung, Zeitschrift, Radio und TV) hinweg nachgelassen haben. Am stärksten fiel das Minus bei den Zeitschriften aus - diese verloren um 17,4 Prozent. Die Werbeinvestitionen bei Zeitungen schrumpften um 9,1 Prozent und die Rückgänge bei TV und Radio machten minus 4,7 bzw. minus 2,5 Prozent aus. Den Printmedien setzt die Krise international am heftigsten zu. Während TV zumindest in Asien ein leichtes Plus erzielen konnte, verloren die Printmedien in allen Regionen. Alle Hauptmediengattungen, die Nielsen beobachte, hätten im ersten Quartal gelitten, so van der Werf. Die Verluste bei den Printmedien seien jedoch am höchsten.

 

pte

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