Mittwoch, 15. Juli 09

Verlage fordern stärkeren Schutz geistigen Eigentums

Der europäische Verlegerrat European Publishers Council (EPC) hat der EU-Kommission die "Hamburger Erklärung zum Schutz des geistigen Eigentums" überreicht. Mit dem wegweisenden Dokument, das von insgesamt 166 europäischen Verlagen unterstützt wird, will die Verlagsbranche den Druck auf die Politik verstärken, um das digitale Leistungsschutzrecht auszuweiten.

 

"Ich freue mich über diesen internationalen Appell der Verlage. Er ist ein wichtiger Schritt im Interesse der globalen Internetgemeinde", erklärt Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer AG. Das Internet sei nicht der Feind, sondern die Zukunft des Journalismus. Doch auch in der digitalen Welt müsste geistiges Eigentum respektiert werden. "Es gibt vor allem zwei Ziele: Eine faire Beteiligung an den Umsätzen derjenigen, die unsere Inhalte vermarkten, und darüber hinaus die Entwicklung eines Marktes für bezahlte Inhalte in der digitalen Welt", so Döpfner.

 

"Wir interessieren kontinuierlich ein immer größeres Publikum für unsere Inhalte. Aber im Gegensatz zu den Print- oder TV-Geschäftsmodellen machen wir aus unseren Inhalten kein Geld. Das ist ein unhaltbarer Zustand. Scheiternde Verlage nutzen niemandem, am allerwenigsten den Konsumenten, den Suchmaschinen und anderen Informationsaggregatoren, die derzeit riesige Profite auf Kosten unseres geistigen Eigentums machen", fasst Gavin O'Reilly, Präsident des Weltzeitungsverbands World Association of Newspapers and News Publishers (WAN-IFRA), die Problematik zusammen. Ein grundlegender Schutz der demokratischen Gesellschaft sei eine freie, vielfältige und unabhängige Presse, ergänzt EPC-Präsident Francisco Pinto Balsemão. Ohne Kontrolle der geistigen Eigentumsrechte sei die Zukunft des Journalismus in Gefahr. "Mit dieser Erklärung rufen wir Regierungen weltweit auf, das Urheberrecht von Autoren, Verlegern und Sendern im Internet zu unterstützen", betont Pinto Balsemão.

 

pte

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