Tauschbörsen massiv virenverseucht
Seit Beginn der Woche hat sich der Anteil infizierter Dateien fast verdreifacht. Besonders viel Schadcode tummelt sich nach Analysen des Unternehmens G Data in Software-Raubkopien, Kartenmaterial für Navigationsgeräte, Klingeltönen, Videos und Musikmitschnitten. Mit einem Anteil von mehr als 90 Prozent liegt Torrentreactor.net bei den Malware-Infektionen deutlich vor Torrent.to und The Pirate Bay.
Torrents haben sich als Nachfolger klassischer Tauschbörsen bei der Online-Community fest etabliert. Die Vorzüge liegen auf der Hand: Dank der verteilten und dezentralen Datenübertragung lassen sich selbst große Datenmengen schnell weltweit verbreiten. Zudem ist das Angebot von legalen Programmen, aber auch Raubkopien riesig. Die Zahl der täglichen Nutzer dürfte folglich sehr hoch sein und sicherlich bei mehreren Millionen liegen. Entsprechend attraktiv ist es für Kriminelle, Torrents für die Verbreitung von Schadcode zu nutzen und entsprechend präparierte Malware-Dateien anzubieten.
Ralf Benzmüller, Leiter G Data Security Labs, warnt: "Vor dem Hintergrund der aktuellen Zahlen können wir alle Internet-User vor der Nutzung von Peer-to-Peer und Torrent-Downloads nur warnen. Abgesehen von möglichen urheberrechtlichen Problemen, die das Herunterladen von Raubkopien mit sich bringt, besteht eine erhöhte Gefahr, dass die Downloads mit Malware verseucht sind."
pte
