Pirateriestudie: Mehr als jedes vierte Programm illegal
Softwarepiraterie in Deutschland bleibt ein „ernstes Thema“, so die Brancheninitiative Business Software Alliance (BSA) anlässlich der Veröffentlichung der jährlichen „Pirateriestudie“. Im Gegensatz zu den meisten anderen europäischen Ländern stieg der Anteil unlizenzierter Programme hierzulande im vergangenen Jahr von 27 auf 28 Prozent leicht an.
Weltweit stagniert der Anteil von Raubkopien zum dritten Mal in Folge bei 35 Prozent, der Wert der illegalen Programme stieg jedoch aufgrund des weltweit wachsenden Softwaremarktes um über 5 Milliarden auf 39,6 Milliarden US-Dollar (USD) an. Ein Großteil dieses Zuwachses wurde in den so genannten BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) verzeichnet: trotz sinkender Piraterieraten stieg der Wert illegaler Software in diesen vier Wachstumsländern um 3,2 Milliarden auf über 10 Milliarden USD und macht dabei über ein Viertel des weltweiten Gesamtschadens durch illegale Software aus.
Nutzung von Raubkopien in Medienbranche besonders häufig
Wie darüber hinaus die Ergebnisse der Ermittlungsarbeit der BSA für das Jahr 2006 zeigen, stammen 27 Prozent aller Firmen, die Software illegal einsetzen, aus der Agenturenszene: Werbung-, Medien-, Webdesign- und Grafikunternehmen arbeiten besonders häufig mit Raubkopien. Doch auch Hi-Tech und IT-Unternehmen sind unter den Software-Sündern stark vertreten (22 Prozent), ebenso wie Finanz-, Beratung-, Rechts- und allgemeine Dienstleistungsfirmen (16 Prozent). Die Zahl der Hinweise aus der Architektur- und Baubranche ist nach gezielten Kampagnen der BSA weiterhin gering (12 Prozent).
In Deutschland zahlten die ertappten Unternehmen 2006 insgesamt 1,1 Millionen Euro an Schadensersatz und Nachlizenzierungen, pro Firma im Schnitt 16.000 Euro.
