Dienstag, 19. September 06

Neuer Schutz vor Raubkopien: Die Tonspur führt zum Täter

 

Noch nicht im Kino, aber schon auf Internet-Tauschbörsen. Viele Raubkopien aktueller Filme, die sogar schon vor dem Kinostart kursieren, stammen vermutlich von Insidern. Um die Sicherheitslecks besser identifizieren zu können, hat das Darmstädter Fraunhofer-Institut für Integrierte Publikations- und Informationssysteme (IPSI) eine Technologie für das Aufbringen von „digitalen Wasserzeichen“ auf die Tonspur entwickelt.

 

Nach Angaben der Forscher lässt sich das unhörbare, nicht mehr entfernbare Audio-Wasserzeichen während der Postproduction von Filmen mit jedem Notebook „problemlos“ in die Tonspur von Filmen einbetten. Die Markierung basiert auf nicht hörbaren Differenzen bei der Lautstärke und der Tonhöhe. Das "digitale Wasserzeichen" verschlechtert die Tonqualität nicht, was Toningenieure und automatische Testsysteme bestätigt haben, schreibt das Institut.

 

Auch Kopiersysteme, Dolby-Mastering und Projektoren hätten keine Schwierigkeiten mit dem Schutzmechanismus, der die Umwandlung nach Dolby und das Konvertieren in verlustbehaftete Kompressionsformate überstehe und selbst in analogen Mikrofonaufnahmen aus einem Kinosaal vollständig nachgewiesen werden könne.

 

"Mit dem unsichtbaren und unhörbaren digitalen Wasserzeichen können wir sehr frühzeitig in der Postproduktions- und Verwertungskette die Produkte so impfen, dass ein Leck hin zu den Tauschbörsen sehr genau identifiziert werden kann. Mit Wasserzeichen können sich Kinos, Kopierwerke, Product-Placement-Partner, Transportunternehmer etc. vom Vorwurf freihalten, das Sicherheitsleck zu sein", so Frauenhofer-Forscher Dr. Martin Steinebach.

 

Besonders interessant für den deutschen Markt sei bei Hollywoodfilmen und anderen internationalen Importen das Audiowasserzeichen für die deutsche Tonspur. "Die Filme werden mit englischem Ton häufig schon als Raubkopien angeboten, während die Synchronstudios noch mit Hochdruck an der deutschen Sprachversion arbeiten. Also kann man sich auf den Schutz des deutschen Tons konzentrieren", meint Steinebach. Der deutsche Film- und Videokonsument bestehe nun einmal auf deutschem Ton - bei der Raubkopie genauso wie im Kino oder bei der Kauf-DVD. 

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