Dienstag, 08. April 08

Kostenlose Online-Variante von Photoshop für professionelle Medien-Gestaltung nicht geeignet

Ende März hat der Software-Anbieter Adobe die Beta-Version seiner kostenlosen Internet-Anwendung „Photoshop Express“ ins Netz gestellt. Der Online-Ableger der Photoshop-Familie bietet Nutzern neben Bildbearbeitungsfunktionen wie etwa Fehlerkorrekturen auch zwei Gigabyte Speicherplatz für Fotos sowie Schnittstellen zum Bildaustausch mit Social-Networking-Seiten. Die so genannte Rich-Internet-Applikation (RIA) läuft im Browser, soll auf den Nutzer aber praktisch wie eine Desktop-Anwendung wirken. Geboten werden einige wesentliche Bildbearbeitungsfunktionen wie etwa Größenänderungen, Standardkorrekturen für rote Augen oder Bildfehler, Optionen für Scharf- und Weichzeichnen oder Schwarz-Weiß-Umwandlung.

 

Wer Photoshop kennt, für den ist die Oberfläche zunächst befremdend, da sie nichts mit den Offline-Programmen von Adobe gemein hat. Die Menüstruktur ist einfach gehalten und durchschaubar, wenn man die englischen Fachbegriffe kennt. Kleinere Bildkorrekturen an der Helligkeit oder "rote Augen entfernen" lassen sich mittels der Vorschaufunktion zügig durchführen. Erweiterte Funktionen wie Texte, Linien oder gar die Ebenenfunktion sucht man allerdings vergeblich. Die „Community“ im Internet war sich daher auch schnell einig: Es gibt viele Alternativen, die weitaus mehr Funktionalität bieten und ebenfalls kostenlos im Internet erhältlich sind.

 

Tobias Regesch, Media-Operator bei KMS Medienservice, bringt es auf den Punkt: „Die Online-Version von Photoshop bleibt nicht mehr als ein Spielzeug. Professionelle Bildbearbeitung ist hier nicht möglich. Kleine Bilder für das Internet können damit aber durchaus optimiert werden.“ Ohnehin sei das Angebot von vornherein auf eine nicht kommerzielle Nutzung beschränkt.

 

Kritik gab es schnell auch an den ursprünglichen Nutzungsbedingungen. Diese hat Adobe inzwischen zwar nachgebessert – anfangs noch verlor man bei der Nutzung des Systems automatisch seine Bildrechte –, doch es bleibt ein fader Beigeschmack. Nun heißt es etwas schwammig: "Adobe nimmt nicht das Besitzrecht an Ihren Fotos in Anspruch. Allerdings benötigen wir diverse Rechte von Ihnen, um den Foto-Dienst anbieten zu können."

 

Auch der angebotene 2GB große Online-Speicher schränkt den Handlungsspielraum sehr ein. Bilder mit einer Dateigröße von mehreren MB müssen erst einmal zeitintensiv hochgeladen werden.

 

(mit Material von pressetext)

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