Dienstag, 06. Dezember 05

Hörbücher unterliegen nicht der Buchpreisbindung

Was für jedes "normale" Buch gilt, nämlich die gesetzlich vorgeschriebene Preisbindung, gilt nicht für Hörbücher. So erklären sich die zum Teil erheblichen Preisunterschiede je nach Händler und Vertriebsweg für ein und dasselbe Produkt. Wie Verena Sich, Juristin beim Börsenverein des Deutschen Buchhandels, auf Anfrage gegenüber Media-Infodienst.de erklärt, sind Hörbücher im Gesetz über die Preisbindung für Bücher jedoch nicht explizit von der Festpreis-Regelung ausgenommen.

 

Laut Gesetzestext sind Bücher auch solche Produkte, die Bücher substituieren und als überwiegend verlags- oder buchhandelstypisch anzusehen sind. Ziele der Preisbindung bei Büchern sind übrigens der "Schutz des Kulturgutes Buch" und der "Erhalt eines breiten Buchangebotes" für die Öffentlichkeit durch die Förderung "der Existenz einer großen Zahl von Verkaufsstellen".

 

Auch wenn der Hauptabsatzweg für die Vermarktung von Hörbüchern laut einer aktuellen Branchenumfrage des Börsenvereins immer noch mit über 60 Prozent der stationäre Buchhandel ist, gewinnen der Direktvertrieb, der Online-Versandhandel und der Verkauf über Download-Portale (zum Beispiel audible.de) an Bedeutung. Fast ein Viertel der Hörbuchverlage bieten die Download-Möglichkeit schon heute an und die Hälfte der Befragten plant in naher Zukunft den Einstieg in diese Vertriebsform über das Internet.

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