Donnerstag, 05. Oktober 06

Hörbuchverlage melden weiter steigende Umsätze

Die Erfolgsgeschichte des Hörbuchs geht weiter, die Bedingungen werden aber härter. „Die Umsätze steigen, doch die Hörbuchverlage müssen dafür auch mehr investieren“, fasst Peter Bosnic vom Sprecherkreis der Hörbuchverlage im Börsenverein des Deutschen Buchhandels die Entwicklung zusammen. Zwei Drittel der Verlage machten mit Hörbüchern 2005 ein Umsatzplus, etwa die Hälfte kam dabei im gleichen Zeitraum auf höhere Erträge. Das ergibt eine Branchenumfrage des Arbeitskreises Hörbuchverlage bei rund 400 Verlagen mit Hörbuchproduktionen. Fast die Hälfte der Verlage gab 2005 mehr Geld für Marketingaktivitäten aus, bei gut einem Viertel stiegen die Ausgaben für Sprecherhonorare sowie für Lizenzgebühren.

 

In den vergangenen zwölf Monaten stieg der Umsatz mit Hörbüchern im Handel um 12,2 Prozent, das ergibt eine Erhebung von media control GfK International bei Sortimentsbuchhandel, E-Commerce und Warenhäusern. Damit ist der Anteil des Hörbuchs am Gesamtmarkt in dieser Zeit von 3,5 Prozent auf 3,9 Prozent gestiegen. Hauptwarengruppe bleibt die Belletristik mit einem Anteil von rund 50 Prozent, gefolgt von Kinder- und Jugendbuch (25,3 Prozent) und der Warengruppe Schule & Lernen (11 Prozent). 

 

„Wichtigster Vertriebspartner für die Hörbuchverlage bleibt der Buchhandel“, betont Bosnic. Mit durchschnittlich 21,3 Prozent Anteil am Umsatz stehen die kleinen Buchhandlungen an der Spitze, gefolgt von den Barsortimentern mit 19,6 Prozent und den Buchhandelsketten mit 18,4 Prozent. „Mit dem Download von Hörbüchern verdienen die Verlage momentan noch kein Geld, das wird öffentlich überbewertet“, sagt Bosnic. „Sie sehen ihn aber durchaus als zukünftige alternative Vertriebsmöglichkeit an.“ Der durchschnittliche Umsatzanteil macht in diesem Bereich lediglich 0,8 Prozent aus, die Präsenz der Verlage bei den Download-Portalen ist jedoch im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen: Waren 2005 knapp ein Viertel der befragten Verlage mit einer Produktion auf einer der Download-Plattformen verfügbar, so sind es mittlerweile bereits über die Hälfte. Allerdings stehen 11 Prozent der Verlage dem Download immer noch kritisch gegenüber – dies sind vor allem die kleineren Hörbuchverlage.

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