Dienstag, 05. September 06

Gratis-DVDs in Zeitungen und Zeitschriften lässt Verkäufe im Handel zurückgehen

Nach neusten Untersuchungen von Screen Digest haben in Großbritannien Zeitungs- und Zeitschriftenverlage im ersten Quartal 2006 schätzungsweise 54 Millionen DVDs verschenkt. Das entspricht nahezu der Menge, die der Einzelhandel während des gleichen Zeitraums verkauft hat. Gleichzeitig sind im vergangenen Jahr die DVD-Verkäufe merklich zurückgegangen, von durchschnittlich 12,5 auf 11,4 DVDs je Haushalt.

 

Auch in anderen Ländern ist die Beigabe von DVDs zu Zeitungen und Zeitschriften nichts Ungewöhnliches, doch in England beeindruckt die schiere Menge des „cover-mounting“ – ca. 130 Mio. Stück allein in 2005 – und die Tatsache, dass die DVDs gratis beigelegt werden, der Kaufpreis der Zeitung bzw. Zeitschrift sich also nicht erhöht.

 

Konsumentenbefragungen haben ergeben, dass ca. 20 Prozent der „cover-mounts“ sofort weggeworfen werden, während die restlichen 80 Prozent der DVDs aufbewahrt und angesehen werden. Bei den regelmäßigen Wochenend-Zeitungskäufern stellten Marktforscher darüber hinaus fest, dass mit der Anzahl der gratis erhaltenen Silberlinge die DVD-Verkäufe entsprechend zurückgingen. 26 Prozent derjenigen, die in den letzten drei Monaten eine Gratis-DVD bekommen haben, hätten eben diese zu einem vernünftigen Preis auch gekauft. 10 Prozent gaben an, sich wegen der Gratis-DVD gegen einen DVD-Kauf entschieden zu haben.

 

Weiterhin haben die Untersuchungen ergeben, dass die Gratis-Abgabe von DVDs einen schädlichen Einfluss auf die Wertschätzung der Silberlinge durch die Konsumenten hat. Allerdings sollte dies auch im Zusammenhang mit dem dramatischen Preisverfall im englischen DVD-Markt in den vergangenen Jahren gesehen werden. Der Durchschnittspreis fiel zwischen 2000 und 2005 immerhin um fast 30 Prozent.

 

Die Möglichkeit einer Win-Win-Situation für Zeitungsverlage und DVD-Industrie sieht Screen Digest in einer Fokussierung auf neue Inhalte bei den Gratis-DVDs: Mehr TV-Serien oder Produkte für Kinder anstatt kompletter Spielfilme, „Making of’s“ und andere ähnliche Features die mit der Veröffentlichung eines neuen Films der großen Studios zusammentreffen.

Share |
Seite drucken