"Games sind das Medium der Gegenwart"
"Computer- und Videospiele sind das Medium der Gegenwart. Die positive Entwicklung der Branche hat sich in Deutschland als ein Wachstums- und Innovationstreiber nicht nur für die heimische Games-Industrie selbst, sondern auch für andere Medienbranchen erwiesen." Mit diesen Worten eröffnete Andreas Krautscheid, Minister für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien des Landes Nordrhein-Westfalen, eine prominent besetzte Podiumsdiskussion zum Thema "Games-Politik" auf dem gamescom congress in Köln.
Dass Games mittlerweile einen sehr hohen gesellschaftlichen Stellenwert einnehmen, zeige das enorme Besucherinteresse im Rahmen der Spielemesse. Im Zusammenhang mit dem Thema Games sei es aber besonders wichtig, nicht nur die wirtschaftliche Seite zu sehen, sondern man müsse auch die konkreten Auswirkungen auf das einzelne Individuum beleuchten. "Die Politik muss sich für alle Aspekte dieses Phänomens interessieren und Chancen genauso erkennen wie Risiken", so Krautscheid.
Schattenseiten wie Spielesucht und für Jugendliche ungeeignete Gewaltinhalte seien aber allzu oft das bestimmende Diskussionsthema. "Was wir brauchen, ist eine differenzierte öffentliche Debatte. Die tragischen Ereignisse von Winnenden haben deutlich gezeigt, dass es in den Reihen der deutschen Politiker eine große Verunsicherung in Bezug auf Games gibt. Aus Unsicherheit heraus wird dabei allzu oft mit einem blinden Beißreflex reagiert und das Verbot von 'Killerspielen' gefordert", betont Krautscheid. Das Problem sei, dass viele sich überschnell zu Dingen äußerten, von denen sie selbst gar keine Ahnung hätten. "Wer eine sinnvolle Jugendpolitik betreiben will, sollte sich nicht nur theoretisch mit Games auseinandersetzen, sondern sich auch praktisch mit diesen beschäftigen", fordert Krautscheid. Auch Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, sieht hier ein großes Problem gegeben. "Die ältere Generation muss die Berührung mit diesem neuen Medium suchen. Ein positives Beispiel hierfür sind etwa Eltern-Lan-Partys, die als Aufklärungsmodell sehr gut funktionieren und auf die Partizipation aller Beteiligten setzen", ergänzt Krüger.
pte
