Filme-Downloads: Breitensport oder Bagatelle? Vierte „Brennerstudie“ liefert aktuelles Zahlenmaterial
Ein heißes Thema mitten in der kalten Jahreszeit: Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hat im Auftrag der Filmförderungsanstalt (FFA) die vierte so genannte Brennerstudie veröffentlicht. Demnach verfügten im August 2005 47 Prozent der Deutschen über einen CD-Brenner im Haushalt, 6,9 Mio. hatten Zugriff auf einen DVD-Brenner und 2,8 Mio. auf einen DVD-Recorder. Das entspricht bei den DVD-Aufnahmegeräten einem Zuwachs von 123 Prozent bzw. 155 Prozent innerhalb nur eines Jahres.
Trotz der steigenden Anzahl und Geschwindigkeit von Internet-Anschlüssen und des Anstiegs der Verbreitung von Brennern und Rekordern, ist die Anzahl der Filmdownloads nur wenig in die Höhe gegangen. Aus dem Internet kostenlos Filme heruntergeladen haben im 1. Halbjahr 2005 2,7 Prozent der Befragten, gegenüber 2,1 Prozent im Vorjahreszeitraum. Die Anzahl der Downloads stieg von 10,3 Mio. auf 11,9 Mio.
Spiel- und Kinofilme auf CD- bzw. DVD-Rohlinge überspielt haben im 1. Halbjahr 2005 insgesamt 7,0 Mio. Deutsche - das sind 11 Prozent der Befragten (1. Hj. 2004: 10 Prozent). Dabei stammen 14 Prozent der Filme von kostenlosen Internet-Tauschbörsen und 3 Prozent von ftp-Servern.
Ziel der Brennerstudie ist es, die aktuellen Bestände an Hardware in den Haushalten, das Download-Verhalten sowie Art und Umfang des Brennens von Spiel- und Kinofilmen zu ermitteln. Dazu wurden im August 2005 in einer repräsentativen Stichprobe 10.000 Personen ab 10 Jahren schriftlich befragt.
Die Studie zeichnet dabei auch ein "Täterprofil": Der "aktivste Raubkopierer" in Deutschland sei männlich, 20 bis 29 Jahre alt und technisch gut ausgestattet, schreibt die FFA in ihrer Pressemitteilung. Das illegale Downloaden sei zum "Breitensport" geworden und stelle für die Filmindustrie auch in 2006 eine "massive Bedrohung" dar. Doch die Lage ist nicht hoffnungslos: 73 Prozent der Befragten zeigen Interesse an der Nutzung von Internet-Plattformen mit kostenpflichtigen Angeboten. Weitere 2 Prozent nutzen diese bereits.
PDF-Download "Brennerstudie 2005" (23 S., 183 kB)
