DVDs bald im Supermarkt selber brennen
(pte) - Führende Filmstudios haben ein neues DVD-Format mit der Bezeichnung "DVD Download" abgesegnet. Das Format ist eine Kombination von leeren DVD-R-Medien und dem Kopierschutzsystem CSS (Content Scramble System). Angeboten werden sollen die neuen DVDs im Einzelhandel im Rahmen des Kiosk-Systems "Qflix". Kunden können an einem Terminal ihren gewünschten Film auswählen und ihn direkt im Geschäft auf DVD brennen lassen. Dazu kann ein passendes Cover gedruckt werden. Der Einzelhandel soll auf diese Weise mit Online-Download-Shops mithalten können.
Das Standardisierungsgremium DVD Forum, dem über 200 Hardware-, Software- und Unterhaltungskonzerne wie Columbia, Sony, Universal, Walt Disney und andere Unternehmen angehören, will den Einzelhandel in die Lage versetzen, zehntausende Titel On-Demand anzubieten, ohne dabei Probleme mit der in Geschäften knappen Stellfläche zu bekommen. "65.000 DVD-Titel sind verfügbar, wenn man aber in einen Supermarkt geht, findet man jedoch nur etwa 1.400 vor", sagt Anthony Bay, Chef des Kiosk-System-Anbieters MOD Systems, gegenüber der Financial Times. "Wir bieten eine Technikplattform, die dem Einzelhandel erlaubt mit Online-Download-Shops zu konkurrieren, ohne große Lagerbestände anhäufen zu müssen", so Bay.
Die Unterstützung der Filmstudios für die On-Demand-Filme hing bislang an der Frage der Schutzmaßnahmen. Befürchtet wurde, dass die Filme illegal kopiert werden könnten. Durch die Verwendung von CSS gaben die Studios schließlich ihren Segen. Time Warner plant den neuen "Download und Brenn"-Service noch im Laufe dieses Jahres zu starten. 6.000 Filme sollen verfügbar sein. In den nächsten drei bis fünf Jahren erwartet man, dass 15 bis 20 Prozent der DVDs On-Demand über die Ladentische gehen.
