Mittwoch, 31. Mai 06

Computerbild: Microsoft will Berichterstattung über "Office 2007"-Vorabversion kontrollieren

 

Der Softwarekonzern Microsoft will in Deutschland Einfluss auf die redaktionelle Berichterstattung von Computermagazinen über die Office-2007-Vorabversion nehmen. Verlage, die eine Kopie von "Office Professional Plus 2007 Beta 2" auf den Heft-CDs und –DVDs vertreiben möchten, sollen einen Vertrag unterschreiben. Damit sichert sich Microsoft Mitsprache bei den redaktionellen Inhalten und eine Prüfung der Veröffentlichungen. Das berichtet die Zeitschrift Computerbild in ihrer aktuellen Ausgabe (12/2006). Das Hamburger Computermagazin hat den Vertrag nach eigenen Angaben nicht unterschrieben und verzichtet auf das Programm für die Heft-CD/-DVD. "Dieser Vertrag ist ein grober Eingriff in die journalistische Unabhängigkeit", sagt Hans-Martin Burr, stellvertretender Chefredakteur des Magazins.

 

Nur Verlage, die den Vertrag unterschreiben, bekommen eine Lizenz des Programms für ihre Heft-Datenträger. Ein Kernpunkt der "Vertriebsvereinbarung": Die Verlage stellen Microsoft einen Entwurf der geplanten Artikel zur "Prüfung und Stellungnahme" zur Verfügung. Die Redaktionen sollen dann bei der Einbeziehung der empfohlenen Änderungen "kooperieren". Damit sollen etwa "Inkorrektheiten in Bezug auf die Produkte" und eine "Herabsetzung von Microsoft und/oder jeglichen Produkten" vermieden werden. Außerdem gibt Microsoft in einer "Anleitung für Verlage zu genehmigten Inhalten" einige Textpassagen für die Heftveröffentlichung vor.

 

Der Vertrag regelt auch die Inhalte der Heft-CDs/-DVDs, auf denen

"Microsoft Office 2007" vertrieben wird. So sind etwa so genannte

"Open-Source-Produkte" wie das kostenlose Büroprogramm "Open Office"auf solchen Datenträgern verboten.

Share |
Seite drucken