Freitag, 10. Juli 09

Beschlagnahme von Plagiaten verdoppelt - CDs und DVDs liegen an der Spitze

Der europäische Zoll hat seine Erfolgsquote im Kampf gegen die Einfuhr von Produktfälschungen im vergangenen Jahr verdoppelt. Wie aus der Zollstatistik der Europäischen Kommission hervorgeht, ist die Zahl von Einfuhren gefälschter Produkte in den europäischen Raum gegenüber 2007 drastisch gestiegen. Bei Raubkopien von CDs und DVDs, gefälschten Medikamenten wie der Potenzpille Viagra sowie Plagiaten von Spielzeug, elektrischen Geräten und Körperpflegeprodukten verzeichneten die Zollfahnder besonders stark steigende Importquoten. Mit über 178 Mio. Artikeln liegt die Zahl sichergestellter Fälschungen so hoch wie nie zuvor.

 

Allein in Frankfurt ist die Zahl beschlagnahmter illegaler Medikamente nach Angaben der dortigen Zollfahndung um rund 400 Prozent gestiegen. "Besonders im privaten Bereich bei Einzeleinfuhren sowie im Postversand haben wir viele Einfuhrversuche illegaler Arzneimittelpräparate und Viagra-Fälschungen festgestellt", erklärt Arnes Petrick, Sprecher der Bundesfinanzdirektion Nord beim deutschen Zoll. EU-weit weisen allerdings DVDs mit einem Plus von satten 2.600 Prozent mit Abstand den größten Anstieg von beschlagnahmten Produktfälschungen auf.

 

Im Zuge der Fahndungsarbeiten wurden nach EU-Angaben in rund 49.000 Fällen Waren sichergestellt, was einem Anstieg von 13 Prozent entspricht. Der versuchte Plagiatschmuggel legte bereits das sechste Jahr in Folge zu, der Großteil der Produkte stammte aus China. Von rund 20 Mio. Artikeln seien sogar "potenzielle Gefahren für die Gesundheit und Sicherheit der europäischen Verbraucher" ausgegangen. Mit insgesamt 79 Mio. beschlagnahmten Raubkopien lagen CDs und DVDs an der Spitze der sichergestellten Waren, die geistige Eigentumsrechte verletzen. Die höhere Erfolgsquote bei der Zollfahndung führt die EU-Kommission auf eine stärkere Zusammenarbeit mit der Industrie zurück.

 

pte

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