Montag, 22. Mai 06

Bands immer öfter unabhängig von Major-Labels

London (pte) - Musiker nutzen verstärkt das Internet, um ihre Songs bekannt zu machen, und haben damit durchschlagenden Erfolg. Mit "viral marketing" schaffte es zum Beispiel das unkonventionelle britische Duo Nizlopi unter die Top Ten der verkauften Singles in Großbritannien. Sie beauftragten einfach eine kleine Webdesign-Firma, die ein Video produzierte, das an zwanzig Personen verschickt wurde. Diese schickten es dann wiederum weiter an Freunde und so zog der Clip seine Kreise. Ein weiteres Beispiel ist die Band Arctic Monkeys, die, schon bevor sie ihre Songs fertig produziert hatte, eine große Fangemeinde um sich scharen konnte. Dazu nutzten sie einfach das Networking-Portal Myspace, wo sich jeder die Songs gratis herunterladen konnte.

 

Pionier auf dem Gebiet des eigenständigen Internetmarketing ist Mick Hucknall von Simply Red, der schon 1994 das neue Medium nutzte. Nach dem Ende seines Vertrags mit Warner hat er sich nun entschieden, ein Independent Label zu gründen. Damit bekommt er dreimal mehr pro CD und sechsmal mehr pro Download. Im BBC-Interview erklärte sein Manager Ian Grenfell: "Warner konnte ungefähr 179 Mill. Pfund Gewinn verbuchen und Mick rund 20 Mill. Pfund, was immer noch viel Geld ist, aber wir hatten das Gefühl, die Verteilung sollte ein wenig anders sein."

 

Es scheint, als wären Musiker nicht mehr auf große Plattenfirmen angewiesen, um berühmt zu werden. Angesichts des Trends zu Independent Labels, geben sich die Majors jedoch gelassen. In einem Interview mit BBC meinte John Kennedy, Vorsitzender des Weltverbands der Phonoindustrie,  dem Dachverband aller Plattenfirmen, er sehe das als eine positive Entwicklung für die ganze Musikindustrie, auch für Major Labels. Das Major Label Warner wollte auf Anfrage keinen Kommentar zu diesen Entwicklungen abgeben.

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